Einfamilienhaus - Bad Mergentheim

 

Bauherr
Privat

 

Standort
Bad Mergentheim

 

Fertigstellung
2023

 

Wohnfläche
280 qm

 

Projektteam
Rafael Grups, Melanie Silberzahn

 

Leistungen
Entwurf, Genehmigung, Ausführungs- und Detailplanung, Ausschreibung, Vergabe, Bauleitung 

 

Projektbeteiligte
Baustatik Gölz, Energieberatung Ehnes, Bauunternehmen Keim, Reinhardt Holzbau, Schreinerei Schürger

Das Einfamilienhaus basiert auf einem Bestandsgebäude aus den 1960er Jahren mit nicht ausgebautem Dachgeschoss und wird im Zuge eines umfassenden Umbaus und Modernisierung architektonisch, energetisch und funktional neu interpretiert. Die bestehende Garage im Gebäude war aufgrund zu geringer Größe nicht mehr nutzbar und der Bauherr hatte Bedarf an zusätzlichem Wohnraum und einer Einliegerwohnung. Die Wohnfläche wurde durch die Modernisierung von 145qm auf 280qm erhöht. Ziel war es, die vorhandene Bausubstanz konsequent weiterzuentwickeln und zugleich den Ressourcenverbrauch gegenüber einem vollständigen Rückbau deutlich zu reduzieren.
 
Umbaukonzept und architektonische Überformung Der Bestand wurde vollständig überformt und erhält eine moderne, zeitlose Fassadenerscheinung. Die neue Gebäudehülle fasst die heterogenen Bestandsstrukturen zu einem klaren, ruhigen Gesamtvolumen zusammen und schafft eine langfristig robuste Gestaltqualität. Damit wird der Bestand nicht nur gestalterisch „erneuert“, sondern als Träger einer zeitgemäßen Nutzung dauerhaft gesichert.
 
Dach und Volumetrie Das vorhandene Dachgeschoss wurde zurückgebaut und als zurückgesetztes Dachgeschoss mit Flachdach neu errichtet. Durch das Staffelprinzip wird das zusätzliche Volumen städtebaulich verträglich integriert, zugleich entstehen neue, gut belichtete Räume mit zeitgemäßer Proportion und Nutzung. Der Rücksprung reduziert die wahrnehmbare Gebäudehöhe und verbessert die Einbindung in den Kontext.
 
Terrassen als Holzbau-Erweiterung Neu ergänzte Terrassen in Holzbauweise erweitern den Wohnraum nach außen und erzeugen neue Aufenthaltsqualitäten im und am Gebäude. Der Holzbau steht hierbei für eine ressourcenschonende Ergänzungsstrategie: geringes Eigengewicht, hoher Vorfertigungsgrad und eine günstige ökologische Bilanz durch nachwachsende Rohstoffe.
 
Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung Der zentrale Nachhaltigkeitsansatz besteht im Erhalt wertvoller Bausubstanz anstelle eines vollständigen Rückbaus. Durch die Weiterverwendung der tragenden Struktur wird graue Energie bewahrt und ein erheblicher Anteil an Abbruchabfällen vermieden. Die Maßnahme verbindet damit Klimaschutz (Reduktion gebundener Emissionen) mit Baukultur (Weiterbauen statt Ersetzen) und zeigt, wie Bestandsarchitektur der Nachkriegsmoderne in eine langlebige, zeitgemäße Wohnform transformiert werden kann.
 
Energetischer Standard Die Modernisierung erzielt den KfW-55-Standard. Die energetische Ertüchtigung erfolgte über die deutlich verbesserte Gebäudehülle mittels Wärmedämm-Verbundsystem und eine insgesamt effiziente Systemlösung mit Photovoltaik, um den Bedarf im Betrieb nachhaltig zu senken und den langfristigen Werterhalt zu stärken.

Tags: Neubau, Häuser